Biomülleimertest


Hallo ihr Lieben, 

Biomüll - Eklig? Unangenehm? Das mag vielleicht sein, und doch ist wichtig, Biomüll extra zu sammeln und zu trennen, sodass dieser in Kompostieranlagen recycelt und beispielsweise zu wertvollem Dünger verarbeitet werden kann. 

Wir haben über 10 Tage zwei verschiedene Biomülleimerkonzepte getestet und fassen hier unsere Erfahrungen dazu zusammen:

Testobjekte: 

1. Biomülleimer Kalle von BGH Nature

2. Herkömmlicher Plastikbiomülleimer, wie er in vielen Haushalten zu finden ist

   

Testaufbau und -ablauf: 

In beide Mülleimer wird eine Biopapiermülltüte eingesetzt (Standard 70 mg Kraftpapier, 100% abbaubar). Über einen Zeitraum von 14 Tagen werden beide Tüten mit den selben Bioabfällen befüllt. Die anfallenden Abfälle werden dazu jeweils zur Hälfte in den offenen Holzbiomülleimer Kalle und in den geschlossenen herkömmlichen Plastikbiomülleimer entsorgt. Täglich werden die beiden Biomülltüten auf Feuchtigkeit, Geruchsbildung und Papierbeschaffenheit überprüft. Zum Schluss wird auch auf die Sauberkeit der Biomülleimer selbst geachtet. 

 

Tag 1 Mittag: 

Zum Frühstück gabs Rührei mit Banane, dazu Apfel und Nüsse. Die anfallenden Schalen wurden auf beide Eimer verteilt und schon gegen Mittag sieht man, dass sich auf dem Boden des Plasiktbiomülleimers um die Schalen herum Feuchtigkeit gebildet hat, während die Tüte in dem offenen Holzbiomülleimer Kalle immer noch trocken ist.

Tag 1 Abend:

Es wurde fleißig für leckere Quiche geschnippelt, sodass beide Biomülleimer nun besser gefüllt sind. 

  

Tag 2: 

16 Stunden später: 

Tüte des geschlossenen Plastikeimers: nasse Flecken, Tüte selbst fühlt sich feucht und schlaff an, unangenehme Gerüche beim Öffen des Plastikeimers

Tüte in Kalle: trocken, Tüte fühlt sich fest an und hat ihre Form beibehalten, kaum Geruchsbildung

 Tag 3:

Da hat man den Salat. Beim Rausheben der Biomülltüte aus dem geschlossenen Plastikeimer ist der aufgeweichte Boden der Tüte gerissen, alle Küchenabfälle sind rausgefallen und liegen jetzt lose in dem Eimer. 
Um das Experiment nicht nach Tag 3 schon abzubrechen, werden die losen Abfälle aus dem Plastikeimer auf dem Kompost entsorgt, eine neue Biopapiermülltüte eingesetzt und von vorne mit dem Sammeln begonnen. 
Die Biomülltüte im Holzeimer ist nach Tag drei immer noch trocken und geruchsfrei. 

Tag 4:

Neue Ausgangssituation
> Geschlossener Plastikeimer startet mit einer leeren, neuen Tüte.

> In dem offenen Holzbiomülleimer von bghnature ist immer noch die Tüte vom Anfang, in der sich jetzt folgende Küchenabfälle befinden:

Eierschalen
Gemüseschalen (Paprika, Zucchini, Sellerie, Zwiebeln, etc.)
Teebeutel
Bananenschalen
Apfelkerngehäuse
Verwelkte Tulpen
Kartoffelschalen

Tag 5:

Biomülltütencheck vom Profi, Tüte wurde überprüft und für in Ordnung befunden. 🐈👌🏻
Nach vier Tagen ist die Biomülltüte jetzt ungefähr halb voll (die andere Hälfte wurde ja in der zweiten Tüte im Plastikeimer gesammelt). Fazit bis jetzt: alles trocken, nichts sifft, nichts stink, Ekelfaktor = Null

Stand Biomülltüte im Plastikeimer: Sammeln hat, nachdem die erste Tüte wegen Feuchtigkeit gerissen ist, gerade erst wieder von vorne begonnen. Standardmäßig mit Eierschalen und Apfelkerngehäuse vom Frühstück, trotzdem riecht es schon ein wenig muffig, mag vielleicht auch am Plastik selbst liegen?
🌱🍌🥚

Tag 9:

9 Tage sammeln wir nun schon Bioabfälle in dem Holzbiomülleimer Kalle und noch immer ist die Tüte trocken und ließe sich einfach, auch über mehrere Stockwerke, runter zur nächsten Biomülltonne tragen. Der Biomülleimer selbst ist komplett sauber und ohne unangenehme Gerüche. Man könnte sofort die nächste Tüte einsetzten und weiter mit Abfällen befüllen. Insgesamt eine sehr hygienische Angelegenheit 😊🌿🥕🍌
Im Gegenzug ist die Tüte im Plastikeimer sehr nass. Es ist die zweite Tüte, die innerhalb der 9 Tage in dem Plastikeimer gerissen ist. Die nasse Tüte lässt sich zum Entsorgen nicht ohne den Eimer transportieren. Der Eimer selbst ist feucht, dreckig und stinkt und muss vor dem Einsetzten einer neuen Tüte erstmal gereinigt werden 😖

 

Zusammenfassung nach 10 Testtagen:


Beobachtung geschlossenener Plastikbiomülleimer:

Die Erste Tüte ist nach drei Tagen gerissen und musste ausgewechselt werden, die zweite Tüte ging nach weiteren vier Tagen kaputt, diesmal wurde weitergesammelt. Nach 10 Tagen waren der Gestank und die Nässebildung so  stark, dass die Entsorgung des Biomülls äußerst unangenehm war. Der Eimer selbst musste danach aufwendig von Nässe und restlichem Biomüll, der durch die gerissenen Tüten an den Wänden des Eimers klebte, gereinigt werden. 😖

Beobachtung Holzbiomülleimer Kalle:

Die Tüte ist von Anfang an gut durchgetrocknet, obwohl dieselben Bioabfälle eingefüllt wurden wie in den Plastikeimer. Die Tüte würde während der ganzen Testphase nicht gewechselt. Geruchsbelästigung gab es die erste Woche gar nicht und auch nach 10 Tagen Dauerlagerung gab es am Ende erstaunlich wenig unangenehme Gerüche. Nasse Stellen in der Tüte sind wieder getrocknet und nichts hat druchgetropft. Eine Reinigung des Holzbiomülleimers war am Ende nicht notwendig. 😊

Fazit:

Jeder weiß wie ekelig Plastikbiomülleimer sind. Die offene Lagerung ist der Holzkiste ist eine super Alternative und erleichert einem den täglichen Umgang in der Küche enorm. Eine Lagerung ist sogar über ein paar Tage ohne Probleme möglich 🌿👌🏻

Es erfordert einiges Umdenken. Grundhaltung von vielem gegenüber Biomüll ist: Igitt, bloß weg damit! Ein offenes Sammeln von Biomüll mag zunächst widersprüchlich erscheinen, doch am Ende ist gerade diese offene und belüftete Lagerung, was funktioniert und das Biomüllsammeln einfach und unproblematisch werden lässt. Ausprobieren lohnt sich 😉